Leverkusen in den 50ern: „Stadtentwicklung“

Im folgenden finden Sie das Sendemanuskript zur Sendung “Leverkusen in den 50ern” und der Folge über die „Stadtentwicklung“. Die Ausschnitte wurden in der Stadtbibliothek Leverkusen aufgenommen, die die Gesprächsreihe auch zusammen mit dem Stadtarchiv Leverkusen organisierte. Aufgezeichnet wurde die Reihe von der Arbeitsgemeinschaft Bürgerfunk e.V. Hören Sie hier die gesamte Sendung.


20:11 Uhr 1. Take
Leverkusen in den 50ern, so hieß eine Reihe in der Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv. Leverkusener und die, die damals welche wurden erzählten aus der Zeit, in der sich unsere Stadt entwickelte. Und gerade in den 50ern tat sich so viel, dass sich in der Stadt auch viel entwickeln musste. Dr. Hans-Eckardt Krajewski weiß, wer damals die wichtigen Grundsteine gelegt hat:

1 Krajewski 3 Punkte Plan (48 Sekunden):
“Als der damalige Stadtdirekte Dr. Otto Grimm sein Amt antrat, stellte er fest, dass die Stadt, die ja erst seit 1930 bestand, für eine richtige Stadt fast keine richtige Einrichtung hatte. Und ihm schwebten drei Stufen des Handelns vor und das ist eine ganz knappe Aufzählung. Aber man staunt dann schon, was alles aufgezählt wurde…. Zuert Bekämpfung der Wohnungsnot, dann Schul- Turnhallen, Straßen, Brücken und Kanalbau und die Förderung der kulturellen Einrichtungen und als dritten Punkt daneben gleichzeitig der Krankenhaus- Stadthaus- und Hallenbadbau. Im Grunde wurde alles angegangen. Das einzige, was nicht angegangen wurde in den zehn Jahren, ist das Hallenbad.”

Diese drei Punkte trugen dann auch schnell zur Entwicklung Leverkusens bei. Hatte Leverkusen 1950 noch 66.000 Einwohner, waren es schon 1963 dann 100.000. Damit gingen auch viele neue Wohnungen und auch neue Arbeitsplätze einher, so Dr. Krajewski:

2 Krajewski Zahlenwerk (19 Sekunden):
“Die Zahl der Wohnungen ist von 15.000 auf 23.300 gestiegen. Und die Zahl der Beschäftigten von 31.000 auf 59.300 ebenfalls. Ein gewaltiger Anstieg. Natürlich ebenfalls durch die Zahl der Beschäftigten im Bayerwerk.”

Aber die neue Infrastruktur war nicht von heute auf morgen da. Deswegen hören wir gleich mal, wie das Leben in einer langsam wachsenden Stadt war.


20:20 Uhr 2. Take
Wie das Leben in Leverkusen in den 50ern war, wurde im Rahmen einer kleinen Gesprächsrunde in der Stadtbibliothek mit Zeitzeugen erzählt. Heute geht es um die Stadtentwicklung und wie die Bewohner merkten, dass sich in der Stadt etwas verändert. Gertrud Breidohr zog von Düren nach Alkenrath. Damals als erste in den neuen, ersten Wohnblock an der heutigen Alkenrather Str.

1 Breidohr Zustand Alkenrath (49 Sekunden):
“Es fuhr kein Bus zum Bayer. Es fuhr überhaupt kein Bus. Nur nach Opladen jede Stunde. Also entweder Fahrrad oder zu Fuß. Ich weiß, der Onkel von meinem Mann der ging zu Fuß vom Bayer. Und da kam dann im Dezember, da wurde der zweite Block bezogen, da furh dann morgens ein Bus zum Bayer und Abends zurück. Dat war ja schon eine Erungenschaft. Ich kann mich ja daran erinnern das die Straße, die Schlebuscher Straße, heute heißt sie ja Alkenrather Str., dass die so voll Matsch war, das ein LKW mir entgegen kam ich bis in die Haare voll Matsch war. So kam ich bei Bayer an. Und Schuhe musste man grundsätzlich Ersatzschuhe mitnehmen, denn die Suppe auf der Straße stand so hoch. Das war die einzigste Straße. Und ich war sehr unglücklich hier, das muss ich ehrlich eingestehen. Das war nicht schön”.

Und auch, wenn die neue Wohnung in Alkenrath eine Verbesserung war: es fehlte in Alkenrath einfach noch an vielen, alltäglichen Dingen:

2 Breidohr Infrastruktur (19 Sekunden):
“Es gab keine Geschäfte. Es war ja alles noch nicht da. Es gab eine Baubude, da konnten die Bauarbeiter dann so Lebensmittel kaufen. Die hatten dann ihr Sortiment erweitert für die Leute, die da einzogen, aber offizielle Geschäfte gab es nicht. Ich musste dann, wenn ich Fleisch haben wollte, bis Manfort fahren.”

Es war also am Anfang noch ein steiniger Weg, bis die Infrastruktur in Alkenrath stand. Etwas besser sah es da aus, wenn es um die neuen Schulen ging. Die Eindrücke von den neuen Schulen hören wir dann gleich.


20:30 Uhr 3. Take
In den 50ern wurde in Leverkusen viel an Infrastruktur aufgebaut, das konnte man bei der Reihe “Leverkusen in den 50ern” gut heraushören. Vor allem viele Schulen sind in der Zeit aufgebaut und auch nach einem neuen Konzept gebaut worden. Marion Bendeler war in der neuen Waldschule und kann sich an die Unterschiede gegenüber den alten Schulgebäuden erinnern:

1 Marion Frischluft (31 Sekunden)
“Es gab eine große Fensterfront und es gab wieder ein Oberlicht an der anderen, gegenüberliegenden Seite, so dass jeden Tag für frische Luft gesorgt worden ist. Das führte dann bei mir dazu, dass später in der Abiturzeitung stand: Bendeler Frischluftapostel. Also das ist mit Sicherheit in dieser Schule geweckt worden… dieses Gefühl, dass man in einem Gebäude sein kann, in dem viel Lichit und Luft ist”.
3 Marion Tannennadeln (13 Sekunden)
“Auch der Schulhof, der auf der anderen Seite lag, war bedeckt von Tannennadeln. Es war also kein Beton, es war nichts gepflastert, es war eine ganze dicke Schicht Tannennadeln, auf der wir sehr schön spielen konnten”

Aus heutiger Sicht klingt das so normal, aber in den 50er Jahren sahen Schulen durchaus noch ganz anders aus und vermittelten alles andere als einen freundlichen Eindruck, wie Marion Bendeler feststellt:

2 Marion vgl. Waldschule (21 Sekunden):
“Ich erinnere mich an eine Schule, in der ich ein Praktikum machen musste… in Köln. Und das war wirklich ein Bau aus dem vorherigen Jahrhundert. Backstein, kleine Fenster und innendrin alles lieblos ausgestattet. Da war die Waldschule wirklich ein tolles Beispiel.”

Ein gutes Beispiel ist auch die Verkehrsplanung von Leverkusen, wozu es ein ganz besonderes System gab. Was der Gedanke für die auch heute noch bestehenden Straßen war hören wir in sieben Minuten.


20:40 Uhr 4. Take
In den 50ern wurden viele Grundsteine im Stadtbild für das heutige Leverkusen gelegt. Das konnte man in einer Reihe mit dem Namen “Leverkusen in den 50ern” in der Stadtbibliothek hören. Etwas, was bis heute noch das Stadtbild mitprägt, sind auch die Straßen. Dr. Krajewski kennt die Planung aus den 50ern:

1 Krajewski Verkehrsplanung (46 Sekunden):
“Und ich glaube, sie meinen auch, wahrscheinlich ist Leverkusen nach dem Leitbild der autogerechten Stadt entwickelt worden. Aber die Überraschung ist eine ganz andere. Auch die autogerechte Stadt hat ihr Leitbild. Ihre eigene Form und Struktur erhält wenn man will ihren Stil. Und Reichow plant eben kein vernetztes System, sozusagen Rastersysteme, wie sie sehr beliebt waren, sondern es ist wieder das System Hauptverkehrsstraßen, an diesen Hauptverkehrsstraßen im einzelnen Stichstraßen angehängt oder Schleifen… das ganze sollte möglichst organisch werden und er hat hier zu den Fahrstraßen ein eigenes Fußgängernetz entwickelt und ein eigenes Fahrradwegenetz”.


20:45 Uhr 5. Take
Wie sich Leverkusen in den 50ern Stadtplanerisch entwickelte, das war das Thema der heutigen Sendung. Es gab Ausschnitte aus einer Gesprächsrunde mit Zeitzeugen aus den 50ern, die von der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv veranstaltet wurde. Das ganze wurde produziert von der Arbeitsgemeinschaft Bürgerfunk, ich bin Sebastian Jarmuzek

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